Johann Rint

Bildhauer und Holzschnitzer

* 1814   † 1900

 

Lebenslauf

Johann Rint wurde am 2. Jänner 1814 in Kubus (Böhmen) in eine arme, streng gläubige Familie hinein geboren.

Das höchste Ziel seiner Eltern war es, dass er Geistlicher wird. So wurde er in dieser Absicht im Alter von 12 Jahren in ein Kloster gegeben, wo er als Sängerknabe wirkte und den notwendigen Unterricht erhielt. Er war ein stilles, fleißiges Kind, die Lernerfolge waren jedoch nicht so gut wie erwartet.

Holzschnitzen mit Federmesser

Er begann aber, sobald die Zeit es zuließ, sich mit einem gewöhnlichen Federmesser das Holzschnitzen anzueignen und bereits Häuser, kleine Figuren und andere Gegenstände verschiedenster Art zu schaffen. Schon bald ging er dazu über, Krippen und Gräber zu fertigen, die in Kirchen und bei Familien zu Weihnachten und Ostern aufgestellt werden. Johann schnitzte alles aus Holz, so auch Figuren, die Jesus, Maria und die drei heiligen Könige, Hirten, Ochs und Esel sowie schwebende Engel darstellen.

Schneiden von Pfeifen, großes Auftragsvolumen

Achtzehn Jahre alt geworden fanden diese Arbeiten durchaus Widerhall, allerdings konnte er seinen Lebensunterhalt damit nicht bestreiten.

So ging er dazu über, Pfeifen zu schneiden. Händler aus Wien und Prag schickten ihm rohe Blöcke und er schnitzte nach Wunsch des Bestellers die jeweiligen Pfeifen. Es zeigte sich, dass die Arbeiten dermaßen gut gelangen, sodass er sich der Aufträge fast nicht erwehren konnte. Unmöglich wäre es gewesen, sämtliche Aufträge selbst auszuführen. Er stellte also Gehilfen ein, die ihn unterstützten.

Er lebte einige Zeit in Budweis, ab 1848 in Linz.

Kefermarkter Altar, Adalbert Stifter vermittelt Johann Rint und seinem Sohn Stipendien

Johann Rint machte sich im Laufe seines Lebens einen Namen mit ausgezeichneten künstlerischen Arbeiten, auch in Zusammenarbeit mit seinem hochbegabten Sohn Josef (1838–1876). Gemeinsam mit diesem restaurierte er von 1852 bis 1855 den Kefermarkter Altar. Dies unter der Aufsicht von Adalbert Stifter, mit dem er befreundet war. Adalbert Stifter war es auch, der sowohl ihm als auch seinem Sohn Josef ein Stipendium vermittelte. Vater und Sohn studierten von 1855 bis 1858 an der Akademie der bildenden Künste in München.

Pacher-Altar und zahlreiche weitere Kunstwerke, Tod des Sohnes

In Linz arbeitete er gemeinsam mit seinem Sohn von 1858–1862 an der bildhauerischen Wiederherstellung des Pacher-Altares in St. Wolfgang. Im Jahre 1865 wurde er Hofbildschnitzer. Er schuf, meistens in Zusammenarbeit mit seinem Sohn, zahlreiche neugotische Altäre, Kanzeln, Taufbecken, Pokale, verschiedene Gebrauchsgegenstände, filigranen Schmuck und Vieles andere.

Der Tod seines Sohnes traf ihn sehr. Er widmete sich dann nur mehr kleineren Arbeiten.

bedeutsame Arbeiten, Meisterstück Kaiserpokal

Als wichtigste, bedeutsamste Arbeiten von Johann Rint gelten die von ihm betreute künstlerische Gesamtdurchführung (1862) des geschnitzten Altares (Entwurf von Ferstel) und der Orgelempore (Entwurf von seinem Sohn) für die Lambergsche Friedhofskapelle in Nezamislitz (Nezamislice). Wohl sein Meisterstück ist der Kaiserpokal, den er für Kaiserin Elisabeth in den Jahren 1862 bis 1864 schuf.

Straßenbenennung

Zur Erinnerung an das Wirken von Vater und Sohn Rint benannte die Stadt Linz 1954 die „Rintstraße“ im Ortsteil Kleinmünchen nach den beiden.

Werke

Sammlung Schloss Ambras:
Einzug Radetzkys in Mailand (1849)
Pokal aus Buchsbaum
Untermais, St.-Valentins-Kirche: Relief (1850)
Stift Kremsmünster: Relief mit Szene aus dem Leben Tassilos
Kefermarkt: Restaurierung des Kefermarkter Flügelaltars (1852–1855, zusammen mit seinem Sohn Josef Rint)
Stift St. Florian:
14 Kreuzwegreliefs (1861)
einige Kleinkunstwerke für die Antiquitätensammlung
O.ö. Landesmuseum:
Relief „Inneres der Münchner Bonifatiusbasilika“
Birnholzfelief des Bürgermeisters Drouot
Budweis: Altar für Kirche
Nezamyslice : Innenausstattung der Lambergschen Fürstengruft
Kaplitz: Hochaltar, Kanzel und Taufbecken

Tod

Johann Rint starb am 5. Jänner 1900 in Linz.

Das Grab für Johann und Josef Rint am St. Barbarafriedhof in Linz

Weblinks

Wir erinnern uns

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